2016 Mecklenburgische Seenplatte



Konzertreise an die Mecklenburgische Seenplatte 2016

(von Susanne Schneider)

 

Tag 1: 29. August 2016

Nach zwei Konzertreisen, die eher in den Westen gingen, zog es uns 2016 mal wieder in den Norden. Am Montag, pünktlich um 7.30 Uhr, startete der Bus in Richtung mecklenburgische Seenplatte – und keiner wurde diesmal „vergessen“, keiner hatte verschlafen.

Zweistöckiges Haus in DDR-Plattenbauweise mit schmutziger Fassade, davor gedeckte Biertische auf einer Wiese

Das Haus

Blick über einen fast spiegelglatten See, eingesäumt von Schilf

Der See

Bei unserer Ankunft versetzte uns das Haus erstmal einen kleinen Schock: Zwar waren wir darauf hingewiesen worden, dass es eher einfachen Komfort bietet und DDR-Charme versprüht, aber wir hatten gehofft, dass es schon nicht so schlimm werden würde und überhaupt, einem fast geschenkten Gaul … Nun ja, Studenten sind jung, flexibel und noch nicht so anspruchsvoll und spätestens im Rückblick können wir auch drüber lachen. Zumindest hatte jeder ein Bett (einige ganz Harte schliefen trotzdem draußen), es gab einen See zum Baden und die Landschaft rundherum entschädigte für einiges.

Tag 2 und 3: 30./31. August 2016 – Bernitt und Lohmen

Die vormittägliche Probe wurde eingeleitet durch ein Einsingen bei schönstem Sonnenschein auf der Wiese vor dem Haus. Und da dort so viel Platz war, konnte Tilman mit uns auch lustige Boxübungen machen (verletzt wurde niemand). Am Nachmittag ging es nach Bernitt zu unserem ersten Konzert. Es lief schon ganz gut – wie erste Konzerte eben so laufen. Im Anschluss gab es im Gemeindehaus noch ein reichhaltiges Abendbrot für uns.

Drei Personen mit Lärmschutzkopfhörern schneiden Grimassen vor einer KirchenglockeDer Ablauf des nächsten Tages ähnelte dem vorherigen auf den ersten Blick zum Verblüffen: am Vormittag in der Unterkunft, am Nachmittag Fahrt zum Konzert, am Abend Konzert. Aber auf den zweiten Blick konnte man doch einige Unterschiede erkennen. Erstens: das fast schon traditionelle Pfannkuchenfrühstück. Zweitens: diesmal keine Vormittagsprobe. Drittens: anderer Konzertort (Lohmen). Viertens: Benefizkonzert, alle Spenden flossen in die Flüchtlingsarbeit in Lohmen. Fünftens: wir durften die Glocken läuten. Sechstens: kein Abendbrot von der Gemeinde, weswegen wir uns auf der Heimfahrt mit Schnittchen im Bus behelfen mussten.

Tag 4: 01. September 2016 – Parchim

Da Parchim etwas größer ist als die zwei „Nester“, die wir in den vorherigen Tagen besucht hatten, und auch an Sehenswürdigkeiten mehr zu bieten hat, verließen wir unsere Herberge diesmal schon am Vormittag. So hatten wir vor unserem Konzert in der Kirche St. Georgen genügend Zeit für Werbungssingen in der Fußgängerzone, die Besichtigung der anderen großen Kirche St. Marien (inklusive spontaner Kirchenführung eines anwesenden älteren Herrn), Bummeln durch die Stadt, ein Käffchen hier, ein Eis da … In der Kirche war dann sogar wieder an unser leibliches Wohl gedacht worden, diesmal in Form von belegten Brötchen und Schokolade. Als pflichtbewusste SängerInnen hoben wir uns die Schokolade natürlich für nach dem Konzert auf ;).

Tag 5: 02. September 2016 – Freier Tag

Mann schlägt zweiten Mann mit Suppenkelle zum "Ritter"

Hiermit schlage ich dich zum Ritter des Pfannkuchenordens.

Nach drei Konzerttagen hintereinander hatten wir uns eine Pause verdient. Und was macht man an einem freien Tag bei schönstem Sommerwetter mitten in der mecklenburgischen Seenplatte? Man mietet sich ein paar Kanus und paddelt los. Da wollten natürlich fast alle mitmachen, die kleine Gruppe „Abtrünniger“ setzten wir auf der Fahrt nach Sternberg (wo der Bootsverleih war) in Plau am See aus (natürlich haben wir sie auf der Heimfahrt auch wieder eingesammelt). Anschließend paddelten wir ca. 7 km die Warnow flussabwärts, zwischen idyllischen Wiesen und unter tiefhängenden Bäumen hindurch. Manche, die das mit dem Lenken noch nicht so raushatten, steckten mit dem Kanu nicht nur einmal im Schilf rechts oder links, richtig schiffbrüchig wurde aber niemand. Ganz Schlaue hatten ihre Badesachen eingepackt und nutzten die Zeit an der Anlegestelle zum Badengehen, bis der Transporter zum Abholen kam. Abends folgten wir einer Konzertreisentradition und grillten – das Buffet hätte wie immer für eine Mannschaft dreifacher Größe gereicht.

Tag 6: 03. September 2016 – Güstrow und Bützow (das reimt sich ja fast)

Auch an diesem Tag lohnte es, dass wir schon am Vormittag losfuhren. Zunächst legten wir einen Halt in Güstrow ein, wo wir nach kurzer Besichtigung des Schlosses (leider nur von außen) vom Vater eines Chormitglieds in Empfang genommen wurden, der uns zuerst durch den Dom führte und anschließend noch in und auf die Marienkirche. Dann ging es weiter nach Bützow. Dort nutzten wir die Zeit bis zum Konzert wahlweise für ein Nickerchen oder für eine weitere Kirchenführung durch die Stiftskirche mit dem bereits erwähnten Vater. Der ist nämlich in Bützow Vorsitzender des Stiftskirchenvereins und konnte denen, die an der Führung teilnahmen, so manchen Blick hinter die Kulissen der gerade stattfindenden Restaurierungsarbeiten bieten. Eigentlich hatten wir ursprünglich auch in dieser Kirche singen sollen. Aber nun wurde dort eben gebaut, weil wenige Wochen vor unserer Reise überraschend Gelder dafür bewilligt worden waren, und wir mussten in die Reformierte Kirche ausweichen.

Tag 7: 04. September 2016 – Malchow

Ich kann mich aus meiner ganzen Studentenchor-Zeit nicht erinnern, jemals ein Konzert gegen Eintritt gesungen zu haben. Dass wir an unserem letzten Reise- und Konzerttag von diesem Prinzip abwichen, war der Tatsache geschuldet, dass wir im Rahmen einer festen Konzertreihe im Orgelmuseum in Malchow auftreten sollten – wir konnten nichts dafür, wir mussten uns an die geltenden Regeln halten. Unsere Befürchtungen, dass angesichts der Uhrzeit (11.30 Uhr), des Eintrittspreises (7,50 €) und der Tatsache, dass wir in dieser Gegend ja doch eher unbekannt waren, niemand kommen würde, bewahrheiteten sich zum Glück nicht. Wäre ja auch ein allzu trauriger Abschluss für diese Reise gewesen. Ein paar Tränen wurden im Anschluss an das Konzert (zumindest im Stillen) trotzdem verdrückt, denn nicht alle fuhren zurück nach Jena, einige wollten ihre Reise in andere Richtungen fortsetzen.

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