Geschichte des Studentenchors von 1990 bis heute

1993 übernahm Berit Walther die künstlerische Leitung des Chores, der von nun an offiziell nur noch ‚Studentenchor‘ hieß. Unter ihrem Dirigat nahm der Chor erfolgreich am Thüringer Landeschorwettbewerb und in der Folge 1998 am bundesweiten „5. Deutschen Chorwettbewerb“ in Regensburg teil. Im selben Jahr produzierte der Studentenchor mit Unterstützung des Studentenwerks Jena/Weimar auch eine CD mit geistlicher Chormusik. Musikalisch wechselte das Programm des Chores jährlich zwischen geistlich und weltlich ab.

Andere herausragende Projekte unter der Leitung Berit Walthers waren Aufführungen des „Requiem“ von Wolfgang Amadeus Mozart und der „Matthäuspassion“ von Johann Sebastian Bach. Gemeinsame Projekte mit anderen Chören bereicherten zusätzlich das Programm. Mit dem Universitätschor Leipzig wurde Orffs „Carmina Burana“ aufgeführt und man nahm eine CD von Joseph Haydns „Die Schöpfung“ auf. Gemeinsam mit dem akademischen Musikensemble der schlesischen technischen Universität in Gliwice und anderen Ensembles aus der Ukraine und Polen nahm der Chor 2000 an einer Aufführung der „Carmina Burana“ in Polen teil.

Weitere Konzertreisen führten nach Schweden, England, Italien, Spanien und in die Schweiz.

Erstmals studentischer Leiter des Chores

Mit Ansgar Eimann übernahm im Oktober 2001 zum ersten Mal ein Student der Hochschule für Musik in Weimar die Leitung des Studentenchores. Diese Tradition ist seither nicht abgerissen. Aus privaten Gründen gab er die Leitung des Chores aber bereits im Oktober 2002 an Wieland Lemke ab. Die Höhepunkte in dessen Zeit als Chorleiter waren u.a. die Konzertreise im Sommer 2004 nach Amiens, Frankreich, wohin der Chor eingeladen wurde, ein Konzert in der größten gotischen Kathedrale der Welt zu geben, die Konzertreise an die Nordsee im Sommer 2006 sowie das „Requiem“ von W. A. Mozart in Zusammenarbeit mit der akademischen Orchestervereinigung der FSU, dem Uniorchester Erfurt und dem Universitätschor Jena.

Prägend für Wieland Lemkes Leitung waren aber vor allem liebevoll ausgearbeitete Programme mit weltlichen und geistlichen A-capella-Liedern zu Weihnachten und im Sommer.

Das Sommersemester 2005 über arbeitete der Studentenchor an der szenischen Uraufführung der Oper „Die Bürgschaft“ von Franz Schubert, hier zusammen mit den Universitätschören Jena und Erfurt, dem Vokalkomitee, einem Solistenensemble und der Jenaer Philharmonie unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Sebastian Krahnert.

Im Juli 2005 verkündete Sebastian Krahnert die Absicht, einen Großchor aus bisher bestehendem Studentenchor und Universitätschor unter seiner Leitung bilden zu wollen. Nach Protesten der Studentenchor-Mitglieder und mehreren Gesprächen mit dem Rektor der Universität blieb der Studentenchor als eigenständiges Ensemble erhalten. Der Probentermin wurde von Mittwoch auf Montag verlegt.

Der Studentenchor als feste Größe an der Friedrich-Schiller-Universität

Nachdem Christoph Hiller den Chor vertretungsweise im Wintersemester 2005/06 übernommen hatte, ging die künstlerische Leitung im Januar 2006 in die Hände von Christoph Westphal (damals noch Christoph Lutz) über. Der Studentenchor bestritt unter ihm viele kleine, teilweise zu kleinen Traditionen gewordene Auftritte im universitären Rahmen, etwa bei der Begrüßung der ausländischen Studierenden, dem Unigartenfest oder der feierlichen Immatrikulation und erweiterte sein Repertoire an geistlichen und weltlichen A-capella-Stücken.

Es wurden aber auch jedes Semester größere Projekte angepackt: Im September 2007 gab es eine Konzertreise ins Münsterland, 2008 mit der D-Dur-Messe (op. 86) von Antonín Dvořák nach Usedom und Rügen. In demselben Jahren nahm der Chor auch am Abschlusskonzert der Händelfestspiele in Halle teil. Seit 2007 finden darüber hinaus regelmäßig gemeinsame Konzerte mit den Universitätschören Halle und Leipzig statt, so auch 2008 anlässlich des 450-jährigen Jubiläums der Universität Jena in der Stadtkirche Jena.

Im Sommer 2009 feierte der Studentenchor sein 60-jähriges Bestehen. Zum Festkonzert trat neben dem Studentenchor, mit Unterstützung vieler ehemaliger Mitglieder jeden Alters, der Jenaer Madrigalkreis unter Leitung der früheren Studentenchordirigentin Berit Walther auf.

Dem Jubilar ging es hervorragend: Wegen immer weiter steigenden Andrangs an Sangeswilligen hatte der Chor sich auf beinahe 100 Singende vergrößert. Der Studentenchor wollte immer ein offenes Angebot für alle sein. Da die hohe Anzahl der Mitglieder den Chor jedoch organisatorisch und finanziell belastete und auch die musikalische Qualität nicht aufrechtzuerhalten war, wurde eine Begrenzung auf 80 Mitglieder festgelegt. Die bisher zur Orientierung dienende Einordnung in die Stimmgruppe für neue Mitglieder wurde zu einem Vorsingen für Neue zu Beginn jedes Semesters.

Weiterführung der Traditionen und neue Herausforderungen

Bei der Konzertreise im September 2009 ins Saarland und nach Frankreich wurde der Chor erstmals von seiner neuen Dirigentin Ines Kaun geleitet, die dann offiziell seit dem Beginn des Wintersemesters 2009 die alleinige Leitung innehatte. Sie führte die erfolgreiche Arbeit ihrer Vorgänger fort und setzte doch eigene Akzente: das Repertoire erweiterte sie in Richtung englischsprachiger und zeitgenössischer Musik.

Neben Konzerten und kleinen Auftritten in Jena und anderen Thüringer Städten im Sommer und zur Adventszeit fanden weiter jährlich Konzertreisen in der vorlesungsfreien Zeit statt: 2010 war die Bodenseeregion Ziel, die „Missa brevis“ von Knut Nystedt im Gepäck, 2011 Berlin/Brandenburg und 2012 Sachsen, jeweils mit Liederprogrammen. Daneben gibt es seit 2010 regelmäßig ein kleines Konzert des Studentenchores am Silvesterabend in Scheidegg im Allgäu.

Zu den besonderen Höhepunkten der letzten Jahre gehörte auch eine Aufführung von Karl Jenkins‘ „Requiem“ im Jenaer Volkshaus mit dem Jenaer Madrigalkreis und der Jenaer Philharmonie im Frühjahr 2011 und ein weiteres Konzert mit den Partnerchören aus Halle und Leipzig in Halle im Juni 2012.

Im Wintersemester 2012/13 übernahm Matthieu Pignède vertretungsweise den Chor, während Ines Kaun in dieser Zeit in Stockholm studierte. Von diesem Ausflug in den hohen Norden brachte sie eine Vielzahl schwedischer Stücke mit, die das Programm der Konzertreise 2013 nach Hamburg prägten.

Beim 6. Thüringer Landeschorwettbewerb im Herbst 2013 konnte der Studentenchor in der Kategorie „Großer Chor“ einen sehr guten zweiten Platz erringen.

2014 gab es wieder eine Zusammenarbeit mit der Jenaer Philharmonie. Aufgeführt wurde die “Queen Symphony” von Tolga Kashif und Julian Kershaw. Das 65jährige Jubiläum im Sommer, begangen mit einem Fest im Grünowski sowie einem Jubiläumskonzert mit Gästen (Ehemalige, Jenaer Madrigalkreis, Blasorchester SCHOTT Jena e.V.), war für Ines Kaun gleichzeitig der letzte Auftritt mit dem Chor.

Nach der Konzertreise, die diesmal in die Region Köln/Bonn führte, übernahm Simon Fröhlich die Leitung. Anfang 2016 musste er diese aus gesundheitlichen Gründen wieder abgeben. Das Ruder übernahmen kommissarisch Cornelius Hofmann und Beate Bachmann. Seit dem Wintersemester 2016/17 führt Fabian Pasewald die Geschicke des Chores und bereitet diesen momentan auf die Teilnahme am 7. Thüringer Landeschorwettbewerb im November 2017 vor.

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